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Weltkongress MERLAP II
50 Delegierte aller mit den Missionaren vom Kostbaren Blut verbundenen
Laienbewegungen – und Gemeinschaften
13. – 21. Juni 2007 in Rom

Ein Kongress der sprudelnden Freude und der Ermutigung.

Berichte und Zeugnisse aus Indien, Tansania, Kolumbien, Chile, Peru, Brasilien, U.S.A., Kroatien, Serbien, Polen, Spanien, Portugal, Deutschland, Österreich, Italien.

Laien, berufen und gesandt in die Kirche und die Welt von heute – Frauen und Männer, die der Spur des Blutes Christi folgen.

Leuchtende Wegweiser sind die Heiligen Kaspar del Bufalo und Maria De Mattias.

... es geht darum, in einer Welt der Gottvergessenheit Gott einen Platz zu bereiten und auf das Wirken des Heiligen Geistes zu vertrauen: eine Spiritualität des Blutes Christi zu leben.

... es geht darum, heute barmherziger Samariter zu sein und die Schwachen zu stützen.

... es geht darum, Ungerechtigkeiten anzuprangern und Gerechtigkeit zu verwirklichen.

... es geht darum, Kirche als geistliche Familie erlebbar zu machen und Gastfreundschaft zu gewähren.

... es geht darum, mit Menschen guten Willens zusammen einen ermutigenden Weg in die Zukunft zu gehen.

Gestärkt durch das Glaubenszeugnis vieler Teilnehmenden und durch die lebendige Erfahrung der weltweiten Kirche und ihrer Einheit kehren wir in unsere Länder zurück.

Wir vertrauen auf das Wirken des Geistes Gottes in unseren Familien und in unserer Welt.
BERICHT DER DELEGIERTEN DER DEUTSCHEN PROVINZ
AM KONGRESS MERLAP II IN ROM - 2007
1. Persönliches Zeugnis von Rosmarie Hartl, Traunstein
Die Missionare vom Kostbaren Blut sind mir schon seit meiner frühesten Kindheit und Jugend bekannt. Meine Mutter nahm regelmäßig an Exerzitien der Missionare im Kufstein teil, und in der Pfarrei der Missionare, Hl. Kreuz Traunstein, besuchte ich öfters Gottesdienste. Im Klinikum Traunstein, wo ich als Krankenschwester arbeite, waren die Klinikseelsorger während vieler Jahr Missionare, und so arbeitete ich dort mit den Missionaren zusammen. Daraus ergaben sich erste Beziehungen. Während der Krankheit und des Todes meiner Mutter lernte ich den Missionar P. Fritz kennen. Er begleitete mich seelsorgerisch in dieser für mich sehr schwierigen Zeit.
Bald lernte ich auch die Missionare in Salzburg kennen und war dort öfters zu Gast. Ganz selbstverständlich nahm ich dort oft an der Vesper teil. Im Laufe der Zeit begann ich mich für die Spiritualität des kostbaren Blutes zu interessieren. Da ich zu dieser Zeit ein Fernstudium in Theologie berufsbegleitend absolvierte, hatte ich natürlich immer viele Fragen, die mir von den Missionaren beantwortet wurden, trotzdem blieb das Kostbare Blut für mich noch immer ein großes Geheimnis.
Ich nahm an Exerzitien mit dem Thema der Spiritualität des kostbaren Blutes teil. Auch in der Bibel und in Gebetstexten achtete ich auf die Stellen, in denen vom kostbaren Blut die Rede ist.
Das eigentlich Schlüsselereignis zu meinem Verständnis des kostbaren Blutes jedoch ereignete sich inmitten meiner Arbeit als Krankenschwester in einer sehr stressigen Situation. Ein Patient hatte nach einer gefäßchirurgischen Operation einen lebensbedrohlichen Blutverlust und benötigte dringend eine Bluttransfusion. Während ich damit beschäftigt war, die Blutkonserve vorzubereiten, und während ich den Patienten bei der Blutübertragung überwachte, kam mir der ursächliche Zusammenhang mit dem kostbaren Blut in den Sinn.
So wie dieser Patient durch die Bluttransfusion weiterleben konnte, so ist es auch mit dem Blut, das Christus für uns am Kreuz vergossen hat. Durch das Blut Christi wird auch uns ein Leben in Fülle geschenkt.
Die Liebe drängt Christus dazu, sein Blut für uns zu geben, damit wir das Leben haben.
Auch wir sind aufgerufen, diese Liebe zu leben, in dem Bewusstsein, dass es auch unser Blut kosten kann. Wir haben aber auch die Gewissheit, dass uns das Blut Christi dann als "Bluttransfusion" gegeben wird.
So habe ich einen Zugang zur Spiritualität des kostbaren Blutes gefunden, die ich gerne weitergeben möchte. Dies kann nur gelingen in Beziehung zu den Missionaren vom Kostbaren Blut und in der konkreten Zusammenarbeit in Freundeskreis und Weggemeinschaft.
Wichtig sind mir auch die Beziehungen zu anderen Ordensgemeinschaften vom Kostbaren Blut. Ich empfinde das alles als großes Geschenk Gottes für mein Leben und bin sehr froh und dankbar dafür.
2. Assoziierte Laien in der Deutschen Provinz
Willi Klein, cpps
Im Herbst 2001 beauftragte mich P. Provinzial, im Bereich der Deutschen Provinz die Gemeinschaft von assoziierten Laien aufzubauen. Inzwischen sind einige lokale Gruppen entstanden, die wir „Weggemeinschaften“ nennen, die ganze Gemeinschaft nennen wir „Freundeskreis der Missionare vom Kostbaren Blut“. Die Mitglieder des Freundeskreises sind noch auf der Suche nach ihrer Identität und nach der Art der Bindung an unsere Provinz.
Wegen Priestermangel haben immer mehr Pfarreien keinen eigenen Priester mehr und die Menschen werden etwas orientierungslos. So ist es uns wichtig, den Menschen im Freundeskreis Sicherheit zu geben, weil viele von ihnen sich als Christen allein fühlen und nach Ermutigung und nach Gleichgesinnten suchen. Das finden sie im Freundeskreis. Häufig haben diese Menschen in ihrem Leben schon schwierige Situationen erleben müssen, sind verwirrt, orientierungslos und von negativen Einflüssen abhängig. Durch das Blut Christi werden sie befreit und finden wieder ihren Weg zu Gott.
Der Freundeskreis versteht sich auch als Gebetsgemeinschaft. Im Füreinander-Beten entdecken viele eine Hilfe. So kann der Freundeskreis Früchte tragen, indem die Menschen durch die Erfahrung von Gottes Schutz ihr Leben wieder ordnen können. Für unsere Kongregation ist der Freundeskreis ebenfalls als eine Bereicherung zu sehen, da wir so gefordert sind, uns selber immer wieder mit unserer Spiritualität und den Ansichten der Laien auseinander zu setzen.
Gleichzeitig sind die lokalen Weggemeinschaften eine Belebung der betreffenden Pfarrei.
In den Weggemeinschaften leben wir Freundschaft und Verbindlichkeit, wir nähren uns vom Wort Gottes und von der Spiritualität des Blutes Christi. Wir teilen miteinander unsere Glaubenserfahrungen aus. So entsteht ein immer tieferes Vertrauen unter uns; wir teilen sowohl Freud als auch Leid miteinander und lernen, darin auch das Leid Jesu zu erkennen. Außerdem betrachten wir das Thema des Blutes Christi. Die im Freundeskreis erfahrene Gemeinschaft erweist sich als Hilfe im alltäglichen Leben.
Mehrmals im Jahr sind alle zu Begegnungstagen und zu Begegnungswochenenden eingeladen, wir organisieren Pilgerfahrten und Kinderfreizeiten. Einmal jedes Jahr findet die große Sternwallfahrt nach Maria Baumgärtle statt, und einmal im Jahr eine Fußwallfahrt. Insbesondere interessieren sich die Assoziierten am Leben und Wirken unserer Missionare.
Die Vision, die wir haben, kann in fünf Punkten zusammengefasst werden:
- Die samaritanische Dimension: wir stützen und helfen uns gegenseitig.
- Die prophetische Dimension: wir identifizieren. Hinterfragen, prangern ungerechte Situationen an und setzen uns für Gerechtigkeit ein.
- Die familiäre Dimension: wir erleben Kirche wieder als unsere Familie und nicht als eine mehr oder weniger anonyme Versammlung.
- Die feiernde, betende, kontemplative Dimension: wir finden uns zusammen auch geistlich vor Gott in der Liturgie, im persönlichen und gemeinsamen Gebet, leben das Wort Gottes in einer Spiritualität des Blutes Christi.
- Die missionarische Dimension: wir wollen unser Leben mit allen Menschen guten Willens teilen.
3. Die „Weggemeinschaft im Zeichen des Blutes Christi“ in Kufstein/Österreich
Sr. Bernardica Kesak
Die Weggemeinschaft des Blutes Christi in Maria-Hilf, Kufstein, ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich im Rhythmus von 14 Tagen regelmäßig trifft.
Es sind Menschen unterschiedlichen Alters, in der jeweils eigenen Lebenssituation. Unser Leben kann mit einem Weg verglichen werden, auf dem wir an viele Kreuzungen gelangen, an denen uns oft eine Entscheidung schwer fällt. Niemand von uns ist alle Wege gegangen, deshalb hat es durchaus Sinn, wenn diejenigen, die sich noch mitten am weg befinden und vom Ziel weit entfernt sind, miteinander über diesen weg reden. Es hat Sinn, wenn wir unsere Erfahrungen austauschen und einander unsere Einsichten anvertrauen, auch wenn wir nicht alle Geheimnisse dieser Welt kennen.
Was uns verbindet ist der gemeinsame Glaube und der Wunsch, das Evangelium des Sonntags noch stärker in unseren Alltag einzubinden. Darum wählen wir bei diesen Treffen eine Bibelstelle des Sonntagevangeliums aus, und diese begleitet uns dann in der Zeit bis zum nächsten Treffen.
Was dieses Gotteswort in uns auslöst, verändert, bestärkt – darüber kann jeder Einzelne beim Treffen berichten. Es findet keine Diskussion darüber statt, damit das Gesagte so bleibt, wie es ist und als Gabe in unserem Leben unkommentiert vor Gott getragen werden kann.
Wir singen auch gerne Leider zur Ehre Gottes oder hören aus dem Leben des hl. Kaspar und seiner Weggefährten.
4. Die „Weggemeinschaft im Zeichen des Blutes Christi“ in Traunstein/Deutschland
Rosmarie Hartl
Vor ca. drei Jahren lernt ich die Arbeit der Missionare mit Laiengruppen kennen. Leider gab es in der Gegend wo ich lebe noch keine solche Gruppe. Ich sprach über diese Thematik immer wieder mit den Missionaren in Salzburg und bot mich an, ehrenamtlich bei so einem Freundeskreis mitzuarbeiten. Dass es Bedarf für eine Laiengruppe gab war uns klar, und so starteten wir unser Projekt mit einer Pilgerfahrt nach Rom im letzten Jahr. Es meldeten sich 46 Teilnehmer.
Auf den Spuren des Hl. Kaspar del Bufalo verbrachten wir 6 wundervolle und gnadenreich Tage in Rom. Die Teilnehmer lernten sich gegenseitig kennen und durch gemeinsames Gebet, Gottesdienste und Feiern entstanden gute Beziehungen. Währen der Pilgerfahrt sprachen wir immer wieder vom Freundeskreis der Missionare und beim Nachtreffen 4 Wochen später waren fast alle Teilnehmer da.
Seit dieser Zeit gibt es regelmäßige Treffen in Hl. Kreuz, Traunstein. Wir sind eine sehr dynamische Gruppe mit durchschnittlich 10 Teilnehmern. Wir teilen unser Leben und setzen es in Beziehung zu Gott. Wir nehmen das Wort Gottes in unseren Alltag hinein.
Menschen in gescheiterten Lebenssituationen und Suchende erleben hier eine familiäre Gruppe.
Durch persönlich Kontakte kommen immer wieder neue Leute hinzu. Es gibt persönlich Freundschaften, die aus ähnlichen Lebenssituationen und Problemen entstehen.
Gerade aus diesen Beziehungen ergeben sich für die Mitglieder Hilfestellungen in ihren Lebenssituationen. Sei es ein gute Gespräch um sich den Frust von der Seele zu reden, oder tröstende Worte, oder ganz praktische Beratung. So wird hier Hilfe konkret.
Die freundschaftliche Beziehung zu den Missionaren vom Kostbaren Blut in Salzburg ist für die Gruppe von großer Bedeutung. 3 - 4 mal im Jahr sind wir zu Gast in St. Josef in Salzburg. So nehmen die Gruppenmitglieder auch am Leben der Missionare teil.
Vieles ist erst im Werden und die Beziehung zu anderen Freundeskreisen und Weggemeinschaften noch eine Vision. Trotzdem glaube ich an eine lebendige Gruppe, die das Leben in der Nachfolge Christi in der Spiritualität vom Kostbaren Blut gestalten möchte.
Da auf unserer Pilgerreis nach Rom auch Kinder dabei waren, kam der Wunsch nach einer eigenen Kinderveranstaltung. Seit letztem Jahr führen wir eine Kinderfreizeit im Missionshaus Schellenberg im Fürstentum Liechtenstein durch. Wir beten, singen wandern und spielen gemeinsam und lernen unseren Glauben kennen. Die Kinder erleben Gemeinschaft und lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen, sie erfahren, wie Glaube Freude macht. Wir haben Kinder aus verschieden Pfarreien und ich habe festgestellt, dass wir von den Pfarreien ein sehr positives Feedback bekommen. Ich hoffe, dass es auch in diesem Jahr eine schöne Zeit mit den Kindern wird.
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